Noch lange nach dem Abpfiff dröhnte aus der Kabine von GW Himmelsthür laute Musik. Kurz vor der Schlusssirene war Robort Dömötor (allerdings aus keiner optimalen Position) am Keeper der Gäste gescheitert. An dieser letzten Szene lag es aber nicht, dass sich der MTV Großenheidorn mit einem enttäuschenden 34:34 (14:18) gegen den Aufsteiger begnügen musste. „Himmelsthür hat sich den Punkt verdient“, suchte Trainer Stephan Lux auch keine Ausrede bei zwei fragwürdigen Entscheidungen der Unparteiischen in der letzten Minute. „Wir machen 22 technische Fehler“, benannte Lux das Problem des Abends.
Die schien in der ersten Viertelstunde nicht auf dem Platz. In den ersten neun (!!) Angriffsversuchen gelang nur ein Treffer, als Dömötör einen Abpraller verwandelte. Entweder wurde der GW-Keeper zum Helden oder der Ball weggeworfen. Die Fans in der ausverkaufen Heidorner Halle konnten kaum glauben, was sie sahen. Nach 13 Minuten nahm Lux beim 3:8 die Auszeit. 30 Sekunden und zwei verschenkte Bälle später betrug der Rückstand sieben Treffer. Nach 20 Minuten kam der MTV endlich besser ins Spiel und verkürzte kurz vor der Pause auf 14:17.
Nach Wiederanpfiff kam eine andere Heidorner Mannschaft zurück aufs Feld und meldete sich mit zwei schnellen Treffern durch Maurice Nolte und Luca Ritter endlich im der Partie an. Domötör verkürzte sogar auf 19:20 (37.). Nachdem die Heidorner Fans in der ersten Hälfte wie gelähmt wirkten, war jetzt Stimmung in der Bude. Eine Fehlentscheidung stoppte die Aufholjagd. Der für den guten Eric Frommeyer im Tor eingewechselte Felix Wernlein wurde beim Siebenmeter deutlich sichtbar am Kopf getroffen. Das Tor zählte und die vom ehemaligen Heidorner Kilian Kraft trainierten Gäste setzten sich wieder 25:21 (42.) ab.
Der MTV kämpfte und war vier Minuten später beim 25:26 durch Bastian Weiß wieder dran. Nach 48 Minuten der nächste strittige Pfiff. Nach einem Zusammenprall mit einem Gegenspieler sah Mika Rot. Sehr strittig. Der Platzverweis wurde aber zum Energieschub und einen 5:1-Lauf krönte Maximilian Kirchhoff mit dem 32:29. „Dann müssen wir das Spiel auch gewinnen“, haderte Lux nach dem Spiel. 90 Sekunden vor Schluss verpasste Luca Ritter das 35:33 und die Entscheidung. Im Gegenzug gab es Siebenmeter und den Ausgleich. Während Kilian Kraft an alter Wirkungsstätte jubelte, war Lux bedient: „So haben wir in der kommenden Woche in Northeim keine Chance.“
Bericht & Fotos: Uwe Serreck

