Jetzt hat es den MTV Großenheidorn zum ersten Mal erwischt. Die Mannschaft von Stephan Lux kassierte mit dem 28:36 (15:16) im Spitzenspiel bei der TSV Burgdorf II ihre erste echte Niederlage und büßte die Tabellenspitze der Regionalliga ein.
Trainer Stephan Lux nahm die Niederlage sportlich: „Das muss man akzeptieren. Die Jungs haben gekämpft, aber mit unseren Ausfällen hast du irgendwann keine Chance mehr.“ Maurice Nolte fehlte ohnehin, im Verlauf der 60 Minuten verletzten sich außerdem Mika Ritter und Julius Bausch. Den besseren Start erwischten trotzdem die Gäste, die durch Luca Ritter mit 3:2 (4.) in Führung gingen.
Zum Problem wurde dann die Chancenverwertung. Die Gesichter im Heidorner Fanblock sprachen Bände: Das war doch zum Haareraufen, was unsere Jungs da verballerten. Folge war der 4:6-Rückstand (11.). Beim MTV schnellte in der Folge die Zahl der Ballverluste in die Höhe, der Rückstand vergrößerte sich jedoch nicht, da die Torhüter glänzten: Felix Wernlein entschärfte zwei Tempogegenstöße, Eric Frommeyer zwei Siebenmeter.
Das Spitzenspiel war nicht immer hochklassig, dafür aber spannend. Die Chance zum Ausgleich verpasste der MTV in der 22. Minute, weil die Schiedsrichter auf eine falsche Sperre entschieden. Kurz vor der Pause wurde es noch einmal hektisch. Der MTV versuchte bei noch zehn Sekunden den schnellen Angriff, die Schiedsrichter entschieden beim Versuch des Torabschlusses auf technischen Fehler und Ballbesitz Burgdorf. Was jedoch keiner mitbekam: Lux hatte längst die grüne Auszeitkarte auf den Tisch des Kampfgerichts gelegt. Die Gemüter beruhigten sich. Tatsächlich gelang Luca Ritter nach der Unterbrechung mit einem direkten Freiwurf der 15. Treffer des MTV.
Häufig gibt eine solche Aktion einen Schub für die zweite Hälfte. Das Gegenteil war der Fall. Zwei schnelle Gegentreffer und zwei weitere technische Fehler ließen den Rückstand auf 16:20 anwachsen. Und es kam noch dicker, denn nach 38 Minuten war für Julius Bausch Schluss. Nach einem normalen Zweikampf mit Thorge Lutze verletzte sich der Heidorner Spielmacher am Sprunggelenk und musste vom Feld geführt werden. Die Verletzung bedeutete einen offensichtlichen Bruch im Spiel des MTV. Auch defensiv ging nicht mehr viel: „Wir bekommen das in der zweiten Halbzeit nicht mehr verteidigt“, stellte Lux ernüchtert fest. Einziger Lichtblick war Lars Bergmann, der ab der 39. Minute seine sieben Tore erzielte.
Hoffentlich haben die Spieler gutes Heilfleisch, denn schon am Dienstag geht es weiter. Dann erwarten die Seeprovinzler in der Sporthalle in Großenheidorn den MTV Vorsfelde. Die Partie war am vergangenen Wochenende dem überraschenden Wintereinbruch zum Opfer gefallen.
Bericht: Uwe Serreck
Bild: mik_thi_photography

