„Es ist ein gewonnener Punkt“

Was für ein irres Oberliga-Spitzenspiel zwischen dem VfL Hameln und dem MTV Großenheidorn! 300 Zuschauer in der Afferder Sporthalle sahen viel Kampf, harte Zweikämpfe, strittige Entscheidungen der Schiedsrichter und maximale Spannung. In letzter Sekunde rettete Julius Bausch per Siebenmeter das 32:32 (16:17), nachdem die Gastgeber beim 32:29 (55.) scheinbar alle Trümpfe in der Hand hielten. Zwei Monsterparaden von Felix Wernlein hielten den MTV jedoch im Spiel und Bausch behielt die Nerven. Weil Hamelns Janne Siegesmund einen Einwurf behinderte, hatten die Schiedsrichter wegen „Verhinderung einer klaren Torchance in den letzten 30 Sekunden“ auf Rot und Siebenmeter entschieden.

Während die Fans der Blauen Wand den Ausgleich euphorisch feierten, war die Stimmung der Spieler gedämpft. „Wir können lange diskutieren, wie es sich anfühlt. Es ist ein gewonnener Punkt und wir nehmen ihn gern“, betonte Trainer Stephan Lux, der als Problem den Chancenwucher seiner Mannschaft ausmachte, die allein in den letzten zehn Minuten gefühlt Chancen für zwei Spiele vergab. Die Gäste waren zwar mit Treffern von Jakob Appel und Luca Ritter zum 2:0 (4.) perfekt gestartet, machten in der Folge aber viele Fehler. Zwei der Ballverluste nutzte der VfL jeweils mit Würfen ins leere Tor zum 8:6 (15.). Kurz zuvor hatte Luca Ritter die Rote Karte gesehen. „Ich bin zu spät und es sieht doof aus, aber die Entscheidung ist sehr hart“, kommentierte der Sünder.

Nach Wiederanpfiff kamen die Heidorner besser ins Tempospiel, doch der VfL hatte jeweils eine Antwort und erhöhte auf 27:24 (44.). Die Stimmung auf den Rängen wurde ebenso wie das Spiel immer hitziger. Auch weil beide Trainerbänke viel Druck auf die sehr unsicheren Schiedsrichter machten. Auch Hamelns Jasper Pille flog nach Foul an Thorben Buhre vom Platz, doch Bastian Weiß verballerte den Gegenstoß. Weil die Deckung immer stärker wurde, verkürzte Maurice Nolte auf 28:29 (49.). Statt das Spiel zu drehen, zeigte der MTV Nerven. Innerhalb von 15 Sekunden vergaben Buhre und Maurice Nolte per Siebenmeter den Ausgleich. Bastian Weiß ballerte den dritten Strafwurf wenig später sogar einen Meter über die Latte. Am Ende wurde jedoch die Moral belohnt – zum Leidwesen von Marc Siegesmund: „Wir müssen eigentlich gewinnen“, sagte der frühere MTV-Coach.

MTV: Bausch 7/3, Weiß 5, Appel, Nolte (beide 4), L. Ritter, M. Ritter (beide 3), Buhre 3/2, Bretz, Hegyi, Lippert alle 1

Fotos: Uwe Serreck

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