Etwas mehr als 40 Minuten war es ein hartes Stück Arbeit, „am Ende zählt der Sieg“, sagte Trainer Stephan Lux nach dem 35:28 (16:16)-Erfolg im Nachholspiel gegen die abstiegsbedrohte HSG Nienburg. Durch die beiden Punkte verkürzte der MTV Großenheidorn in der Regionalliga den Rückstand auf Tabellenführer TSV Burgdorf II auf einen Zähler.
Die Partie begann für die Seeprovinzler nach Plan. Gerade einmal acht Minuten und sechs Sekunden waren gespielt, da traf Jakob Bormann schon zum 7:3. Die Fans in der Meerfestung feierten ihr Team, das jedoch recht schnell den Faden verlor. „Wir machen drei technische Fehler“, erklärte Lux den Wendepunkt. Die Führung schmolz auf 7:6 und weg war der Schwung des Sieges der vergangenen Woche in Northeim. „Es fehlt die Spannung und wir spielen Standhandball“, kritisierte der MTV-Coach. Die keineswegs sattelfeste Deckung des Drittletzten wurde so kaum vor Probleme gestellt, und der Zwischenspurt zum 15:12 durch Robert Dömötör fünf Minuten vor dem Seitenwechsel blieb ein Strohfeuer. Weil nach den Ballverlusten der Rückzug nicht passte, ging es mit 16:16 in die Kabinen.
Bis auf die rechte Seite mit Lars Bergmann und Maximilian Kirchhoff wechselte Lux komplett durch. Joel Wolf, Maurice Nolte, Bastian Weiß und Leander Pietsch kamen. Mit den Einwechslungen kam die Torgefahr zurück. Kirchhoff sorgte beim 22:20 (37.) für die Zwei-Tore-Führung. Die Vorentscheidung fiel ausgerechnet in Unterzahl nach einer Zeitstrafe gegen Pietsch. Dreimal eroberte die Deckung den Ball, dreimal klingelte es im Gegenzug. 28:23 und der MTV-Express rollte. Dann musste Weiß für zwei Minuten auf die Strafbank und wieder traf Heidorn. Bormann und Bausch legten das 31:23 nach. Neun Minuten vor dem Ende war die Messe gelesen – das Signal, auch allen Bankspielern ihre Einsatzzeit zu geben.
Fazit des Trainers: „Der Spagat nach dem Topspiel in Northeim zu einem Spiel wie gegen Nienburg ist nicht leicht. Aber wir müssen auch gegen solch einen Gegner dieselbe Intensität auf die Platte bringen.“
Bericht: Uwe Serreck

