Heidorn macht es nach 8:0 Blitzstart viel zu spannend

Der MTV Großenheidorn verteidigte mit dem ungefährdeten 40:34 (19:19)-Sieg bei der SG Achim/Baden den Platz in der Spitzengruppe der Regionalliga. Pflichtaufgabe erfüllt, möchte man meinen. Bei weitem nicht. Die Begegnung war ein Handballdrama, das den Trainer jede Menge Nerven kostete. „In der vergangenen Saison hätten wir verloren“, zeigte sich Stephan Lux erleichtert.

Dabei sah zu Beginn alles nach einem ruhigen Abend aus. Nach 90 Sekunden markierte Julius Bausch das erste Tor, dann ging es Schlag auf Schlag. Nach 6:04 Minuten traf Maximilian Kirchhoff zum 8:0 (!). Drei Minuten später erhöhte Bausch auf 11:2. „Sender wechseln“, hätte der Zuschauer am Bildschirm denken können, hier ist wohl alles klar. Das dachten wohl auch die MTV-Spieler – und so begann das Drama.

„Der Start war Gift. Von allein geht in dieser Liga nichts“, sagte Lux. Innerhalb von drei Minuten verkürzten die Gastgeber auf 7:11. „Achim bekommt Energie von der Halle und wir sind energielos“, schimpfte Lux. Längst war der Faden gerissen. Allein der krankheitsbedingte Ausfall von Mika Ritter erklärte das nicht. Nach 19 Minuten war der Vorsprung dahin. Jakob Bormann per Doppelpack und Bausch erhöhten wieder auf 18:15 (26.). Nur ein Strohfeuer. Mit 19:19 ging es in die Kabine.

Dort wurde es zum ersten Mal in dieser Saison richtig laut. Außerdem wechselte Lux. Für Robert Dömötör, der fünf freie Würfe versemmelte und auch in der Abwehr einen rabenschwarzen Tag erwischte, kam Leander Pietsch. „Ich habe ihn gefragt, wo er hinten spielen möchte“, verriet Lux. Der Ex-Burgdorfer rückte wunschgemäß in den Mittelblock. Das brachte Stabilität und die 24:22-Führung (36.). Die Berg- und Talfahrt ging allerdings zunächst weiter, denn vier Gegentore in Folge brachten in der 42. Minute den 24:26-Rückstand.

Die Niederlage vor Augen zeigte der MTV endlich seine Klasse. Pietsch rackerte am Kreis und holte etliche Siebenmeter heraus, Julius Bausch riss mit seiner Dynamik Lücken. Beim 30:28 (48.) von Joel Wolf waren die Gäste zurück auf der Siegerstraße und spielten in der Schlussphase auch ihre konditionellen Vorteile aus. „Am Ende lief es wie gewünscht“, sagte Lux. Wenn das Spiel etwas Gutes hatte: Alle wissen nun, dass man auch bei einer hohen Führung voll konzentriert bleiben muss.

Bericht: Uwe Serreck

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