Sebastian Fitzek, der Meister des Psychothrillers, hätte die Begegnung des MTV Großenheidorn bei GW Himmelsthür nicht besser inszenieren können. Zum dritten Mal in Folge fiel die Entscheidung in letzter Sekunde – nach der Heimpleite gegen Achim/Baden diesmal mit einem Happy End.
Durch einen von Joel Wolf verwandelten Siebenmeter gewannen die Seeprovinzler 33:32 (15:16) und wahrten ihre Chance im Aufstiegskampf.
Die letzten Sekunden waren eine Analogie zum Duell gegen Achim: Wieder hatte der MTV beim Stand von 32:31 in der vorletzten Minute die Chance, per Siebenmeter den Sack zuzumachen. Wieder gelang es nicht – diesmal verwarf Simon Marotzke. Elf Sekunden vor Schluss glichen die Gastgeber aus.
Erneut nahm Lux die Auszeit und brachte den siebten Feldspieler. Der angesagte Spielzug gelang: Marotzke wurde freigespielt, beim Wurf jedoch rüde gefoult. Die Schiedsrichter zückten folgerichtig die rote Karte und zeigten auf den Punkt. Joel Wolf schnappte sich den Ball, verwandelte und verschwand in einer Jubeltraube seiner Mitspieler.
Dazu hätte es nicht kommen müssen. Problem war die Chancenverwertung. „Unser großes Manko“, ärgerte sich Stephan Lux. Allein Joel Wolf vergab viermal frei vor dem Tor. „Da merkt man, dass ihm die Spielpraxis fehlt“, zeigte der Coach Verständnis für seinen nach wie vor von einem Virusinfekt geschwächten Spielmacher. So war der gute Start und die 6:4-Führung (10.) durch drei Treffer von Maximilian Kirchhoff zur Pause dahin.
Nach seiner Fußverletzung war Mika Ritter zumindest in der Abwehr wieder dabei. Trotz Blutergusses an der Hand stellte sich auch Jakob Bormann nach Wiederanpfiff in den Dienst der Mannschaft. „Alle sind an ihre Grenze gegangen“, lobte Trainer Stephan Lux den leidenschaftlichen Kampf.
Tatsächlich gewann der MTV die Oberhand und ging durch Bastian Weiß mit 25:22 (46.) in Führung. Diese hielt jedoch nicht lange. Bitter für die Heidorner: Nach 49 Minuten war außerdem für Mika Ritter nach der dritten Zeitstrafe vorzeitig Schluss.
Als Weiß zwei Minuten vor dem Ende zum 32:30 traf, schien der MTV trotz aller Widrigkeiten auf der Siegerstraße. Dabei blieb es auch – aber erst nach ganz viel Drama.
Durch die Osterferien ist jetzt erst einmal spielfrei. „Ich hoffe, da werden alle wieder fit“, sagte Lux.
Bericht: Uwe Serreck

