Julius Bausch – wer sonst – übernahm die Verantwortung. In letzter Sekunde gab es für den MTV Großenheidorn nach dem Foul an Bastian Weiß Siebenmeter. Obwohl es eine gefühlte Ewigkeit dauerte, bis er an die Linie durfte, behielt der Spielmacher die Nerven und vollendete zum 31:31 (16:17)-Endstand.
Der krönende Abschluss eines fast zwei Stunden dauernden Handballdramas in der Wunstorfer Meerfestung, in dem die Seeprovinzler den zweiten Tabellenplatz vor dem Northeimer HC verteidigten. Trainer Stephan Lux war erleichtert: „Wir haben einen Punkt gewonnen. Allerdings machen wir viele Fehler in der Abwehr, und unsere Torhüter waren nicht so stark wie üblich.“
Von Beginn an entwickelte sich ein intensives Duell, in dem auch die Gäste Tempo machten. Beckdorf vergab zu Beginn zwei Siebenmeter, der MTV dafür einige freie Chancen. Nach zehn Minuten traf der immer noch von einem Infekt gezeichnete Joel Wolf – er hatte die gesamte Woche nicht trainiert – zum 5:4, der ersten Führung. Die Seeprovinzler gewannen danach Oberwasser und erhöhten auf 15:12 (24.). Gerade als der MTV die Kontrolle hatte, gab es einen Bruch. Nach einem Foul an Routinier Thorben Buhre zückten die Unparteiischen – allerdings unberechtigt – Rot gegen Beckdorfs Finn Sebastian. Das stachelte Beckdorf an. Mit einem 5:1-Lauf drehte der Tabellenvierte das Spiel.
Nach Wiederanpfiff wurde die Partie immer hitziger, wozu die Unparteiischen mit vielen strittigen Entscheidungen beitrugen. Beckdorf kassierte nach 42 Minuten den nächsten Platzverweis. Leonard Klein stieg sehr rüde gegen Bausch ein und musste vorzeitig zum Duschen. Der MTV bestrafte das erneut nicht. Stattdessen vergaben Wolf und Bastian Weiß jeweils einen Siebenmeter, sodass der Rückstand auf 20:23 (44.) wuchs.
Beckdorf setzte mehr und mehr auf Härte. Bitter für den MTV: Die Schiedsrichter verweigerten Maximilian Kirchhoff einen klaren Siebenmeter. Die Menge tobte, doch die Deckung holte den Ball zurück, und Leander Pietsch glich im Gegenstoß zum 26:26 (51.) aus.
Wie so oft an diesem Abend stand sich der MTV selbst im Weg, kassierte sogar einen Treffer ins verwaiste Tor und geriet wieder mit 26:29 (54.) in Rückstand. In der Schlussphase riss Bausch seine Mitspieler mit. Bei angezeigtem passiven Spiel traf er zum 29:30 (57.). Nachdem Kirchhoff mit einem Lattenknaller den Ausgleich vergab, erhöhte Beckdorf wieder auf plus zwei. Die Entscheidung? Nein! Bausch traf per Siebenmeter und leitete auch die letzte Chance ein, nachdem die Deckung standhielt.
Es war zwar nicht der erhoffte Sieg, aber im Hinblick auf das Duell mit Northeim für den verletzten Abwehrchef Mika Ritter „ein enorm wichtiger Punkt“.
Beckdorfs Trainer war zufrieden mit der Punkteteilung. „Ich fand aber nicht, dass es überhart von uns war.“
Geradezu unglaublich: Northeim kam in eigener Halle nicht über ein 28:28 gegen das bereits als Absteiger feststehende Schlusslicht Grüppenbühren hinaus.
Bericht & Fotos: Uwe Serreck





















