Es war ein Kraftakt, aber mit einem glücklichen Ende. Durch den 31:26 (13:12)-Sieg im Nachholspiel bei der HSG Nienburg ist der MTV Großenheidorn zurück auf dem zweiten Platz der Regionalliga. Trainer Stephan Lux war fix und fertig: „Das hat eine Menge Körner gekostet – auch bei mir.“ Am absoluten körperlichen Limit spielte Joel Wolf, der unter der Woche noch mit einer Grippe flachlag. „Ich habe befürchtet, er kippt mir um“, sagte Lux. Wolf hielt durch und machte ein starkes Spiel.
Enorm wichtig für den MTV, denn Bastian Weiß (beruflich verhindert), Simon Marotzke und Abwehrchef Mika Ritter (beide verletzt) waren erst gar nicht dabei. Dazu schleppte sich Julius Bausch mehr über den Platz, als dass er lief. Angesichts der Personalprobleme sprach Lux hinterher scherzhaft von einer „Legion der Zombies“. Die kämpfte allerdings mit großer Leidenschaft und startete mit einer 6:4-Führung nach 13 Minuten sehr ordentlich in die Begegnung. Der Tabellenvorletzte hielt dagegen, sodass zum 9:7 (16.) auch der knappe Vorsprung blieb. Der Spielfluss ging danach mehr und mehr verloren.
Lux brachte den siebten Feldspieler. Besserung brachte das nicht. Im Gegenteil: Die Hausherren trafen sogar zweimal ins verwaiste Tor und gingen mit 12:10 (25.) in Führung. „Keiner wusste mehr, was wir trainiert hatten“, ärgerte sich Lux. Klingt blöd, aber eine Spitzenmannschaft findet Antworten. Jakob Bormann, Maximilian Kirchhoff und erneut Bormann sorgten für die wichtige Pausenführung.
In der Kabine gab es klare Worte vom Trainer und nach Wiederanpfiff eine Steigerung. Viele Ballgewinne veredelte die Heidorner Offensivabteilung konsequent mit Tempo – bis zur 40. Minute zur 23:17-Führung. „Der Angriffs- und Abwehrwechsel von Nienburg hat uns in die Karten gespielt“, freute sich der MTV-Coach.
Dank ihrer starken Abwehr überstanden die Gäste auch die letzte kritische Phase. Luca Ritter machte in der 54. Minute mit dem Tor zum 28:23 jedoch alles klar. Wenig später war Schluss, und Stephan Lux erleichtert: „Wir haben zwei Punkte. Das ist wichtig. Alles andere interessiert nicht mehr.“
Bericht: Uwe Serreck

