Es war ein Abend für die Geschichtsbücher! Der MTV Großenheidorn ist nach einem berauschenden 41:31 (22:12)-Sieg gegen die HSG Schaumburg Nord nach zwei Jahren zurück in der 3. Liga. Über 700 Zuschauer – vielleicht nicht unbedingt die HSG-Fans – feierten in der restlos ausverkauften Wunstorfer Meerfestung mit der Mannschaft von Stephan Lux eine große Party. Die begann auf den Rängen schon in der zweiten Halbzeit. „Derbysieger, Derbysieger“, schallte es von den Rängen. Nach dem Abpfiff explodierte die Stimmung. Unvergessliche Bilder der Glückseligkeit.
Der Erzrivale hatte vorher große Taten angekündigt, war aber nie konkurrenzfähig. „Schaumburg war enttäuschend. Aber wir waren gut vorbereitet und haben gezeigt, dass wir nicht zu schlagen sind, wenn alle fit sind“, freute sich Stephan Lux. Der Coach musste hinterher viele Glückwünsche entgegennehmen und vergaß bei seinen Dankesworten die Spieler der zweiten Mannschaft nicht: „Die Jungs haben uns im Training immer super geholfen.“
Aggressivität in der Abwehr, Leidenschaft bei jedem Auswechselspieler und brutales Tempo – es stimmte alles. Schon die ersten Aktionen gaben einen Vorgeschmack auf das, was folgen sollte. Zwei frühe Ballgewinne nutzten Bastian Weiß und Julius Bausch jeweils im Gegenstoß zum 2:0 (2.). Erneut traf Weiß in der 10. Minute zum 7:3. Die Heidorner drückten kompromisslos aufs Gaspedal. Wenn es ein Gegentor gab, zappelte der Ball nur Sekunden später im Schaumburger Netz. „Die machen ja gar nicht mit“, sagte ein MTV-Fan. Die HSG-Spieler waren sogar zu langsam, um in eine Position zu kommen, um ein Foul zu spielen.
Während einige Fans den Ticker des 30 Minuten früher angepfiffenen Parallelspiels der SG Achim/Baden gegen den Northeimer HC (14:13) verfolgten, machten die MTV-Spieler das, was am meisten Spaß macht – Tore werfen. Routinier Thorben Buhre stellte beim 20:10 erstmals auf plus zehn.
Nach Wiederanpfiff wuchs der Vorsprung auf 26:13 (35.), erst danach ließ der MTV den Gegner mitspielen. Alle Akteure kamen zum Einsatz, und der neue Kreisläufer Sönke Nickel (vom HSV Hamburg) markierte den letzten Treffer.
Lux war begeistert: „Ich freue mich, dass heute so viele da waren.“ Unter den Jubel mischten sich auch Tränen. Mit Spielmacher Joel Wolf (pausiert) und Linksaußen Bastian Weiß wurden zwei wichtige Spieler verabschiedet. „Wir waren es beiden schuldig, heute ein gutes Spiel zu machen“, sagte Lux: „Die Mannschaft steht über allem.“
Das unterstrichen die Worte von Bastian Weiß: „Wir hatten in dieser Saison einen unfassbaren Zusammenhalt. Ohne diesen hätten wir es angesichts der vielen Verletzungen nicht geschafft.“ Der weitere Verlauf des Abends ist nicht überliefert, fest steht: Es dürfte eine lange Nacht geworden sein.
Bericht & Fotos: Uwe Serreck
