MTV Großenheidorn trotzt dem Hexenkessel

Die Heidorner Fans im Oberrang der ausverkauften Rattenfängerhalle brüllten sich die Seele aus dem Leib. Zu hören war das jedoch kaum. Beim Weihnachtsspiel der Regionalliga zwischen dem VfL Hameln und dem MTV Großenheidorn sorgten über 1.600 Zuschauer für eine unglaubliche Geräuschkulisse. Das Publikum machte enormen Druck, trotzdem jubelten am Ende die Seeprovinzler über einen 37:28-Sieg (16:15), der den Vorsprung auf die Nichtaufstiegsplätze vergrößerte, da Northeim mit 32:40 in Cloppenburg patzte.

„Spitzenreiter, Spitzenreiter“, brüllten die Heidorner Spieler und hüpften über das Spielfeld. Der MTV startete gut und legte durch Julius Bausch und Bastian Weiß eine 2:0-Führung (4.) vor. Danach entwickelte sich ein Spiel mit vielen Diskussionen, nahezu jeder Entscheidung wurde hinterfragt, immer wieder kam es zu Unterbrechungen. Der MTV verteidigte bis zum 9:7 (16.) seinen Vorsprung, hätte aber höher führen können. Obwohl Hameln bis dahin bereits vier Zeitstrafen kassierte und immer wieder den Torhüter herausnahm, gelang kein Wurf in das verwaiste Gehäuse. Das rächte sich: Ein 0:3-Lauf brachte beim 9:10 (18.) den ersten Rückstand.

In der 26. Minute lag der VfL noch einmal mit 14:13 vorn. Kurz zuvor gab es die einzige wirklich unschöne Szene des Spiels: Joel Wolf bekam den Arm des früheren Schaumburgers Andreas Lüer ins Gesicht. Der Spielmacher wurde längere Zeit behandelt und anschließend mit einer Gehirnerschütterung ins Krankenhaus gebracht. Am Sonntag ging es ihm bereits besser. „Vom Spiel weiß ich aber nichts mehr“, sagte Wolf. Seine Mitspieler antworteten mit Toren und gingen mit einer knappen Führung in die Pause. „Wir waren uns da schon sicher, dass Hameln das Tempo nicht halten kann und in der zweiten Halbzeit unsere Kondition entscheidet“, sagte Trainer Stephan Lux.

Zunächst ging es jedoch weiter hin und her. Maximilian Kirchhoff klaute den Ball nach einem Anwurf und traf zum 19:17 (33.). Die erste Drei-Tore-Führung verhinderte anschließend der Pfosten des Hamelner Tores – Haareraufen im Fanblock inklusive. Zumal der VfL zum 22:22 (40.) ausglich und sogar die Chance zur Führung hatte. Diese machte der starke Felix Wernlein im Tor jedoch zunichte. Luca Ritter, Bausch und Kirchhoff (2) stellten mit einem 4:0-Lauf eine Viertelstunde vor Schluss die Weichen endgültig auf Sieg.

Die restlichen Minuten wurden – wie schon im Hinspiel – zu einer Demonstration der Stärke. Wernlein hielt den Kasten nahezu sauber, und vorne war fast jeder Wurf ein Treffer.

In der Pressekonferenz war Lux bester Laune: „Wir machen am Sonntag unsere Weihnachtsfeier. Da können sich die Jungs ein bisschen den Kopf durchspülen.“

Bericht & Fotos: Uwe Serreck

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