Tempo, Leidenschaft, Heimsieg – Heidorn überrollt Northeim

Was für ein Abend in der Wunstorfer Meerfestung. Der MTV Großenheidorn brannte im Verfolgerduell in der Handball-Regionalliga gegen den Northeimer HC ein echtes Feuerwerk ab und feierte vor über 500 Fans einen in der Höhe verdienten 34:27 (20:13)-Sieg, der die Mannschaft zurück auf Platz zwei brachte. „Die Unterstützung unserer Fans war enorm wichtig“, freute sich Trainer Stephan Lux.

Der MTV startete nervös. Zwei Ballverluste wurden mit dem 0:2 (4.) bestraft. Nach dem verwandelten Siebenmeter von Joel Wolf war man 20 Sekunden später im Spiel. Der Gästekeeper beratschlagte sich noch mit seiner Bank, da schnappte sich Julius Bausch die Kugel und netzte zum 2:2 ins verwaiste Tor. Das Spektakel war eröffnet. „Sechs Einheiten mit der vollen Mannschaft haben uns gutgetan“, sagte Lux. Die Abwehr vor dem starken Eric Frommeyer im Tor packte zu wie lange nicht und in Ballbesitz hieß es Tempo, Tempo und nochmal Tempo. Der Tabellenzweite wurde phasenweise förmlich überrannt und jeder Treffer wie der Sieg gefeiert. Von den Spielern und vom Trainer. Lux hatte seine Mannschaft maximal angezündet und war selber unglaublich heiß. Alle legten in jede Aktion eine große Energie. Für die Gäste gab es kaum Luft zum Atmen.

Bausch eroberte den nächsten Ball und erhöhte ins leere Tor auf 13:8 (17.). Erst danach unterlief Mika Ritter der erste Fehlwurf. Die Gastgeber ließen sich aber nicht beirren, sondern machten einfach weiter und nutzten einen falschen Northeimer Anwurf durch Maximilian Kirchhoff in der 27. Minute sogar zum 19:11. Bis dahin war es ein perfektes Spiel.

Nach Wiederanpfiff wandelte sich das Geschehen. Drei Ballverluste führten zum 20:16 und trotz einer frühen Auszeit schmolz die Führung auf 21:19 (40.). „Es war klar, dass von Northeim mehr kommt. Wir machen dann einige Fehler. Das will man nicht, ist aber menschlich“, sagte Lux.

Jakob Bormann beruhigte mit seinem Doppelpack die Nerven. Die Tore beflügelten und es ging wieder Ruckzuck. Der überragende Julius Bausch erhöhte nach 44 Minuten auf 27:20. Ein ruhiger Abend wurde es trotzdem noch nicht. Einige strittige Pfiffe – statt Siebenmeter oder Freiwurf entschieden die Schiedsrichter mehrfach auf Ballverlust gegen den MTV – ließen den Vorsprung auf 28:25 schmelzen. Bei der Pleite vor Ostern gegen die SG Achim/Baden riss in einer ähnlichen Situation der Faden. Nicht so ab diesem Abend. Wieder schlug der MTV zurück, wieder traf Jakob Bormann und läutete den furiosen Endspurt ein.

Stephan Lux richtete den Blick schnell nach vorne: „Heute dürfen die Jungs feiern, Montag ist Training.“ Am kommenden Samstag folgt in Cloppenburg das nächste Endspiel.

Bericht & Fotos: Uwe Serreck

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