Die Feierlichkeiten des MTV Großenheidorn nach dem berauschenden 41:31-Sieg gegen den Erzrivalen HSG Schaumburg dauerten bis zum frühen Morgen. „Ich war gegen halb acht zum Frühstück zuhause“, verriet der scheidende Spielmacher Joel Wolf, der vorerst eine Handballpause einlegt. Nicht ganz so lange hielt Trainer Stephan Lux durch, der schon um 6 Uhr seinen Heimathafen erreichte.
So beeindruckend die Mannschaft im Saisonendspurt auftrumpfte, so wenig hatte Lux mit dem Aufstieg gerechnet. „Ich dachte, wir belegen Platz sechs. Immerhin hatten wir nur drei Rechtshänder im Rückraum“, versichert er glaubhaft. Maurice Nolte und Routinier Thorben Buhre sprangen aber immer dann ein, wenn es nötig war.
Aber die Mannschaft funktionierte im besten Sinne als Mannschaft und entwickelte im Verlauf der ersten Halbserie ein enormes Selbstverständnis. Es gab nur einen Aussetzer beim 34:34 gegen GW Himmelsthür, der mit dem Sieg in Northeim aber überzeugend repariert wurde.
Nicht nur die Partynacht nach dem Aufstieg hatte es in sich, auch die Rückrunde kostete jede Menge Körner. „Das war anstrengend“, gibt Lux zu. Vor allem, als die Seeprovinzler zu Beginn der Rückrunde vom Verletzungspech ereilt wurden. Gleich beim Rückrundenstart in Burgdorf erwischte es Julius Bausch. Vor allem die „Hölle“ Großenheidorn verlor ihren Nimbus, da es dort Pleiten gegen den MTV Vorsfelde und die HSG Achim/Baden gab. Der MTV rutschte bis auf Rang drei ab, gab dann aber im „Endspiel“ gegen den Northeimer HC die beeindruckende Antwort und ließ sich die Rückkehr in die 3. Liga nicht mehr nehmen. Spieler und Trainer können sich bis Anfang Juni – der Trainingsauftakt ist noch nicht terminiert – von den Strapazen erholen.
Derweil läuft die Planung der kommenden Spielzeit auf Hochtouren. Erfreulich – die ersten Personalien stehen bereits fest. Nachdem bereits im April Rückraumspieler Jakob Nowak vom MTV Vorsfelde als erster Zugang vorgestellt wurde, ist jetzt auch klar, wer Joel Wolf ersetzt: Vom Ligakonkurrenten TvdH Oldenburg wechselt Simon Stoehr ans Steinhuder Meer. Dabei half ein wenig der Zufall mit. „Simon ist gerade aus beruflichen Gründen nach Hannover gezogen“, erzählt Mathias Haase vom Arbeitskreis Handball.
Auf der Kreisläuferposition sind die Seeprovinzler künftig sogar dreifach besetzt. Aus der A-Jugend des HSV Hamburg kehrt Sönke Nickel an seine alte Wirkungsstätte zurück, der per Doppelspielrecht schon in den vergangenen Wochen dabei war. Erfreulich: Leander Pietsch verlängerte seinen Vertrag um ein weiteres Jahr. Nachdem auch Bastian Weiß nicht mehr zur Verfügung steht, gibt es Bedarf auf der linken Seite. „Da werden wir in jedem Fall noch etwas machen“, kündigt Haase an. Grundsätzlich soll ein weiterer Rechtshänder für den Rückraum kommen. „Ich habe sehr viele Gespräche geführt. Es ist aber nicht einfach“, kann Haase bisher noch keinen Vollzug vermelden.
Bericht: Uwe Serreck
